Zeit zum Ankommen: Warum wir bei Natur und Gut so arbeiten

Wenn wir bei Natur und Gut über unseren Shop sprechen, fällt schnell ein Wort: Ankommen. Es ist mehr als ein Slogan. Es beschreibt, warum wir tun, was wir tun, und wie wir es tun.

Wir glauben, dass viele Menschen heute nicht mehr richtig zu Hause ankommen. Der Körper kommt durch die Tür, aber der Kopf bleibt im Büro, im Stau, im Bildschirm. Der Tag hört nicht auf, er versickert nur. Und am nächsten Morgen geht es weiter, ohne dass dazwischen wirklich etwas anderes war.

Diese Beobachtung ist nicht neu. Aber sie wird stärker. Und sie ist der Grund, warum wir glauben, dass die kleinen Dinge in unserem Sortiment heute wichtiger sind denn je.

Eine Kerze ist nicht nur eine Kerze

In unserer Manufaktur in Zürich wird jede Kerze von Hand gegossen. Das klingt nach einem Marketing-Satz, aber es ist eine ganz konkrete Aussage. Die Menschen, die hier arbeiten, sind Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Sie haben Zeit. Sie hetzen nicht. Sie giessen, warten, prüfen, giessen weiter.

Das ist langsamer als eine Maschine. Es ist auch teurer. Aber es macht einen Unterschied, den man nicht sofort sieht und doch fühlt: in jeder Kerze steckt die Aufmerksamkeit von jemandem, der sich Zeit genommen hat.

Wir glauben, dass diese Aufmerksamkeit etwas weitergibt. Wenn du abends eine unserer Kerzen anzündest, hältst du nicht nur ein Stück Wachs in der Hand. Du hältst etwas, das mit Sorgfalt entstanden ist. Und Sorgfalt steckt an.

Resonanz statt Konsum

In unserem Shop arbeiten wir nach dem Prinzip der Resonanz. Das ist ein Wort, das in der Soziologie und in unserer eigenen Beratung eine grosse Rolle spielt. Es beschreibt eine besondere Art der Beziehung: nicht das schnelle Nehmen und Geben, sondern das gegenseitige Berühren und Antworten.

Resonanz heisst für uns: wir wählen unsere Produkte nicht nach dem grössten Profit aus, sondern nach dem, was uns selber bewegt. Wir arbeiten mit Imkereien, deren Geschichten wir kennen. Wir kaufen Räucherwerk von Menschen, mit denen wir gesprochen haben. Wir nehmen Tees von Höfen, die wir besucht haben oder besuchen würden.

Das ist die eine Hälfte der Resonanz: dass wir berührt werden, von dem, was wir verkaufen.

Die andere Hälfte ist die Wirkung, die das auf dich hat. Wenn du etwas bei uns kaufst, kaufst du nicht ein anonymes Produkt aus einer Lieferkette. Du kaufst eine Kerze, ein Glas Honig, eine Räuchermischung, hinter der ein Mensch steht. Diese Verbindung ist heute selten. Aber sie wirkt. Sie macht aus Konsum eine kleine Form von Beziehung.

Warum Hingabe spürbar ist

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Produkt, das schnell und billig hergestellt wurde, und einem, das mit Hingabe entstanden ist. Auch wenn man ihn nicht immer benennen kann, spürt man ihn.

Eine Kerze, die in einer Werkstatt entstanden ist, in der Menschen sich Zeit nehmen dürfen, brennt anders als eine, die im Sekundentakt von einer Maschine ausgeworfen wurde. Das Wachs ist sorgfältiger gemischt, der Docht aufmerksam gesetzt, die Form geprüft. All das macht keinen sichtbaren Unterschied auf den ersten Blick. Aber wenn die Kerze brennt, brennt sie ruhiger.

Das gleiche gilt für den Honig, den wir verkaufen. Eine Imkerin, die ihre Bienen kennt, ihren Bienenstock nicht überfordert, im Einklang mit der Natur arbeitet, produziert einen Honig, der schmeckt wie nichts aus dem Supermarkt. Das hat nichts mit Mystik zu tun, sondern mit Praxis. Wer mit Sorgfalt arbeitet, macht andere Produkte als jemand, der unter Zeitdruck steht.

Wir glauben, dass diese Sorgfalt im Produkt erhalten bleibt. Sie wandert mit, vom Hersteller zu uns und von uns zu dir. Und wenn du das Produkt benutzt, bekommst du etwas davon zurück.

Im Kreislauf gedacht

Ein zweiter Grundsatz, der uns wichtig ist: nichts soll verloren gehen. Unsere Recyclingkerzen entstehen aus Wachsresten. Bruchware, Fehlproduktionen, Abschnitte werden nicht weggeworfen, sondern neu eingeschmolzen und neu gegossen. Aus dem, was sonst Müll wäre, wird wieder eine Kerze.

Das ist kein Marketing-Trick, sondern eine Haltung. Wir glauben, dass wir mit den Dingen, die uns die Natur gibt, sorgfältig umgehen müssen. Wachs ist ein wertvolles Material. Es kommt von Bienen, von Rapsfeldern, von Olivenpressen. Es einfach wegzuwerfen, weil eine Kerze einen kleinen Fehler hat, wäre Verschwendung.

Auch unsere Verpackungen folgen diesem Gedanken. Wir verwenden gebrauchte Materialien wieder, vermeiden Plastik, wo es geht, und verschicken in Kartons, die schon einmal eine Reise hinter sich hatten. Das ist nicht immer das, was Kundinnen erwarten. Aber wir glauben, dass es das Richtige ist.

Im Kreislauf zu arbeiten heisst auch: in Beziehungen zu arbeiten. Wir kennen unsere Lieferantinnen seit Jahren. Manche seit Beginn von Natur und Gut. Diese Beziehungen sind selber ein Kreislauf. Wir geben ihnen Aufträge, sie geben uns Qualität. Wir geben ihnen Vertrauen, sie geben uns Geschichten, die wir weitergeben können.

Warum das Ankommen unser Thema ist

Wenn man uns fragt, was Natur und Gut von anderen Naturwarenshops unterscheidet, ist es nicht die Auswahl. Es gibt grössere Shops mit mehr Produkten. Es ist auch nicht der Preis. Es gibt günstigere Anbieter im Internet.

Was uns ausmacht, ist die Idee, dass alles, was wir verkaufen, demselben Zweck dient: dem Ankommen. Bei dir selbst, in deinem Zuhause, in deinem Leben.

Eine Kerze, eine Tasse Tee, ein Räucherstäbchen, ein Gewürz, ein Löffel Honig. Diese Dinge sind klein. Sie kosten kein Vermögen, sie verändern dein Leben nicht von einem Tag auf den anderen. Aber sie machen jeden Tag ein bisschen anders.

Sie sind Anlässe für kleine Pausen. Übergänge zwischen den Phasen des Tages. Erinnerungen daran, dass nicht alles in deinem Leben effizient sein muss.

Wir glauben, dass das Ankommen heute eine Form von Widerstand ist. Gegen die Beschleunigung, gegen die ständige Erreichbarkeit, gegen das Gefühl, immer in zwei oder drei Dingen gleichzeitig stecken zu müssen. Wer eine Kerze anzündet und sie ansieht, sagt damit ohne Worte: jetzt ist hier. Jetzt bin ich da.

Das ist es, was wir mit unserer Arbeit unterstützen wollen.

Was uns leitet

Bei jedem neuen Produkt, das wir aufnehmen, fragen wir uns drei Dinge:

Wer hat es gemacht? Können wir die Person nennen, den Hof, die Werkstatt? Wenn nicht, lassen wir es lieber.

Wurde es mit Zeit gemacht? Sieht man der Sache an, dass jemand sie gemacht hat, statt sie produziert wurde? Können wir uns vorstellen, dass die Herstellerin auf den Klang ihrer Maschine hört, auf die Farbe des Wachses, auf den Duft der Kräuter?

Hilft es beim Ankommen? Hat es einen Platz in dem, was wir Sinneswelt nennen, Kerze, Tee, Räucherwerk, Gewürz, Honig? Trägt es zu einem ruhigen Moment bei?

Wenn wir alle drei Fragen mit Ja beantworten können, nehmen wir das Produkt auf. Wenn nicht, bleibt es draussen, auch wenn es interessant wäre.

So entsteht ein Sortiment, das nicht beliebig ist. Es hat eine Linie. Und diese Linie ist überall die gleiche: bei den Naturwachskerzen aus unserer Zürcher Manufaktur, beim Honig aus der Imkerei am Bodensee, beim Tee aus dem Demeterhof in Niederösterreich, bei den Räuchermischungen aus dem Appenzell u.a.

Zum Schluss

Wir können nicht versprechen, dass eine Kerze dein Leben verändert. Aber wir glauben, dass die Summe vieler kleiner Gesten Veränderung bringt. Dass ein Abend, an dem du dir Zeit genommen hast, anders ist als einer, an dem du nur funktioniert hast. Dass ein Jahr voller solcher Abende anders ist als eines ohne.

Bei Natur und Gut findest du Dinge, die für genau diese Abende gemacht sind. Hergestellt von Menschen mit Hingabe. Bezogen aus kleinen Manufakturen. Im Kreislauf gedacht. Mit Resonanz ausgewählt.

Damit du nach Hause kommen kannst.

Deine Zeit zum Ankommen.

wir sind in den Ferien

Vom 19. Juli bis bis 07 August 2024 können wir keine Bestellungen verschicken. Wir kümmern uns danach umgehend um jede Bestellung!